mit Jahresprogramm 2026
Die Konzerte an der Liszt-Orgel Denstedt werden seit 45 Jahren in der fünf Kilometer von Weimar entfernten Denstedter Dorfkirche veranstaltet.
Die Disposition des 1859/60 von der Gebrüdern Peternell aus Seligenthal bei Schmalkalden erbauten Instruments stammt vom Weimarer Stadtorganisten Johann Gottlob Töpfer (1791-1870), der einen überaus positiven Abnahmebericht verfasste. Töpfer gilt als wichtigster Orgelbautheoretiker des 19. Jahrhunderts.
Franz Liszt führte hier mit seinem »legendarischen Kantor« Alexander Wilhelm Gottschalg (1827-1908) aus dem nahen Tiefurt »Orgelconferenzen« und »Privatkonzerte« durch, die er in der Korrespondenz als »ländliche Klangexperimente« bezeichnete.
Michael von Hintzenstern, der das Instrumente 1980 wiederentdeckte, leitet seitdem die Konzertreihe, in deren Fokus Werke von Franz Liszt und seinen Zeitgenossen stehen, in der aber auch »Zukunftsmusik« zelebriert wird.
Die Orgel wurde 1993 und 2011 restauriert und fasziniert durch ihren authentischen ›Liszt-Sound‹. Seit 2012 verfügt sie über eine Winddrossel zur Erzeugung avantgardistischer Klänge.
In diesem Jahr stehen 13 Konzerte auf dem Programm. Die Saison wird traditionell am Karfreitag mit Liszts »Via Crucis« eröffnet. Zu den Gastsolisten gehören Nicola Procaccini (Titularorganist an der Basilika San Petronio in Bologna und seit 2023 künstlerischer Mitarbeiter an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar) und Zsolt Maté Meszaros (Musikdirektor an der Innerstädtischen Pfarrkirche Budapest und Liszt-Forscher). Die Orgelklassen von Prof. Martin Sturm an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT und am Musikgymnasium Belvedere spielen traditionell anlässlich von Liszts Geburtstag.
Einen Schwerpunkt bildet die zeitgenössische Musik. Hierfür gibt es als neues Format »Neue Reihe: Außer der Reihe: Improvisierte Musik zur Nacht«, wobei der Hausorganist mit Alper Moral aus Istanbul (Posaune) sowie mit Mihail Cunetchi aus Hamburg (Akkordeon) und Matthias von Hintzenstern (Violoncello, Obertongesang) musizieren wird. Daniel Beilschmidt (Leipzig/Altenburg) stellt Werke von Erik Satie und Juan Allende-Blin in Anwesenheit des heute 98jährigen chilenischen Komponisten einander gegenüber.
Frisch gedruckte Flyer liegen in den Tourist-Informationen sowie in den Kirchen aus. Der Eintritt ist frei. Die Kollekte dient der Pflege der Orgel und der Durchführung der Konzertreihe.
Weitere Informationen: www.lisztorgel.de
Stand: 30. März 2026